Auf der Suche nach schönen Treppenhäusern und interessanter Architektur bin ich vor kurzem über das Neue Museum Nürnberg gestolpert. Die Bilder im Netz sahen so vielversprechend aus, dass sich ein kurzer Abstecher dorthin förmlich aufdrängte. Das vom Architekten Volker Staab entworfene und im Oktober 1999 eröffnete Museum, zeigt auf über 3000 m² Sammlungs- und Ausstellungsfläche Kunst und Design von den 1950er Jahren bis hin zur Gegenwart. Dabei ist das Museum selbst, vor allem auch wegen seiner nach außen weithin sichtbaren Wendeltreppe, ein architektonisches Highlight und ein dankbares Motiv.

Eine kurze Recherche und die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Pressestelle und schon bekamen wir einen außerhalb der normalen Öffnungszeiten gelegenen Termin für ein Shooting. Schließlich wollten wir ja Architektur fotografieren und keine Menschenmassen. Wir schreibe ich übrigens, weil mich bei dem Trip noch drei Fotofreunde begleitet haben. In der Gruppe macht so ein Shooting einfach mehr Spaß. An einem Sonntag Nachmittag haben wir uns dann schließlich mit dem Auto nach Nürnberg aufgemacht. Vor Ort angekommen, fiel kurzfristig der Entschluss, einer in der unmittelbaren Nähe stehenden Kirche noch einen kurzen Besuch abzustatten. Das war, wie sich herausstellen sollte, eine klasse Idee. Warum, das seht ihr hier:

Das nenne ich mal eine gelungene Gestaltung. Oft sehen moderne Kirchen ja kahl und langweilig aus, aber das trifft auf die St. Klarakirche überhaupt nicht zu. Sowohl der Eingangsbereich mit der Marienstatue als auch das Hauptschiff bieten einen sehr eindrucksvollen Rahmen für einen Moment der Ruhe und des Innehaltens in unserem oftmals hektischen Alltag. Allzu lang hielten wir uns in der Kirche aber nicht auf, wir hatten ja schließlich noch einen Termin. Als wir nach ein paar Schritten dann am Museum waren, blieb mir eigentlich gar keine andere Wahl als erstmal das Stativ auszufahren und eine Außenaufnahme zu machen.

Das fing auf jeden Fall schon mal gut an. Vor dem eigentlichen Shooting haben wir uns natürlich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, einen Blick in die Ausstellung zu werfen. Unter anderem war zum Zeitpunkt unseres Besuchs die Sonderausstellung „Deutsche Kiste“ von Olaf Metzel mit vielen Themen zur Bundesrepublik Deutschland, die uns alle angehen – oder angehen sollten, zu sehen. Zwei der Exponate, die einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen haben, wollte ich euch hier auch noch zeigen, aber leider habe ich bis heute keine Reaktion auf meine Anfrage noch einer Erlaubnis zur Veröffentlichung erhalten.

Mit dem offiziellen Ende der Besuchszeit konnte dann das Shooting so richtig losgehen. Teils auf dem Rücken liegend (Canon hat es ja nicht geschafft ein bewegliches Display in die 5D Mark III einzubauen) oder über einer Brüstung hängend, aber immer auf der Suche nach der besten Perspektive, kämpften wir uns dann knapp zwei Stunden lang durch Auditorium, Foyer, Treppenhaus und Ausstellungsräume. Mein EF 16-35 4.0 hätte ich dabei auch am unteren Anschlag festtackern können. Zum Glück hatte ich aber auch noch ein EF 14 2.8 II in der Tasche, da selbst die 16 mm manchmal noch zu viel waren. Das sind zwar nur 2 mm weniger, aber der Unterschied ist riesig. Ein paar der entstandenen Bilder will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Die Bilder auswählen lohnt sich übrigens, die größere Darstellung hebt die grafische Wirkung nochmal deutlich an und lassen die Bilder dynamischer wirken.

Alles in allem, ein rund herum gelungener Ausklang des Wochenendes. Die klaren Linien des Gebäudes erlauben, sowohl perspektivisch als auch grafisch, jede Menge interessante Blickwinkel und machen definitiv Lust auf mehr. Ich habe jedenfalls beschlossen, das Thema Architektur wieder öfters anzugehen.  Und wenn dabei ein wenig Kultur konsumiert wird, schadet das ja bekanntlich auch nicht 😀 .